Norbert Baumeister

"Dass ich mich mal mit sogenannten künstlerischen Arbeiten beschäftigen könnte, hätte ich mir früher nicht träumen lassen. Mit dem Beginn dauerte es bis ins mittelhohe Alter von ca. 55 Jahren; und da wurde ich, was das gestalterische Arbeiten anbelangt, ein Kind des Arnsberger Kunstsommers. Er reduzierte die Schwellenangst, so dass ich vor ca. 20 Jahren begann, diverse Kurse zu belegen, wobei ich im wesentlichen bei Metallplastiken aus Schrott und Holzskulpturen hängenblieb."

 

"Bei ersteren faszinieren mich zum einen ganz ausgeprägt die vielfältigen Fundstücke auf dem Schrottplatz und dann weiter, wie aus einem banalen oder auch mal komplizierten Stück schrittweise oder auch schon mal mit einem Aha-Erlebnis erst die Vorstellung davon und dann die Plastik selbst entsteht. Dieser Entstehungsprozess ist eigentlich das Schönste daran für mich. Aber auch die Verwandlung der Schrottteile, des Metallabfalls in etwas „Neues“, Andersartiges, also eine Art Recycling, finde ich sehr reizvoll.

Ähnlich findet auch beim Holzbildhauen eine Metamorphose statt, jedoch wieder ganz anders, da nichts zusammengefügt wird sondern weggenommen, reduziert wird.  Für mich erheblich schwieriger, anspruchsvoller. Was soll aus dem rohen Holzstück werden? Wo soll ich beginnen? Der alte Spruch „Man muss nur die in dem Werkstück steckende Skulptur finde, indem das Überflüssige wegschlägt“ klingt sehr witzig, ist aber nur bedingt hilfreich. Warum mache ich es dann? Ich hoffe auf eine Idee oder Assoziation, die mal schon anfangs besteht, aber oft erst beim Werken, beim Beiteln aus der Veränderung der Form sich entwickelt. Und hier lerne ich die Ruhe und die Allmählichkeit der Entwicklung und die nötige Geduld beim Arbeiten zu schätzen und die Freude, wenn hie und da doch etwas gelingt."